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27.8.2009 17:02

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Dank

Die Alpenfestungs-Zeit ist vorbei. Die Teilnehmer sind zurück im Alltag. Wir danken allen Bloggern für ihre Beiträge und den Lesern für das Interesse.

Die Redaktion



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24.8.2009 09:53

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Was ist Zeit?

Für uns, mein Partner Nicolaj Ammann und mich, war es interessant zu erfahren, was der andere jeweils erlebt hat in diesen drei Wochen. Obwohl wir voneinander getrennt waren, hat es uns Kraft gegeben, da wir wussten, der andere ist in einer ähnlichen Situation.

Als wir uns in Stans duschen und umziehen durften, habe ich in meiner Hosentasche Kinotickets gefunden... und so fühlt sich auch das Erlebte an: wie ein Film. Die Zeit war sehr intensiv im positiven wie im negativen Sinn... wie eine Luftblase... irgendwie surreal. Es hat nichts mit meinem sonstigen Leben zu tun, es waren mir fremde Menschen dabei, es war an einem schönen Ort, den ich von mir aus wahrscheinlich nicht aufgesucht hätte - und ab und zu begleitete uns ein Team vom SF durch unseren neu erlernten Alltag. Die Zeit auf dem Ertigen-Hof befindet sich nicht auf derselben Linie wie mein eigenes aktives Leben. Diese drei Wochen hängen in einer Zwischenschleife die ich abrufen kann wie ein Kinofilm. Das ist ein witziges Gefühl. Möglicherweise kann ich es noch nicht einordnen. Eventuell bleibt es in dieser Luftblase. Vielleicht kann ich daraus Erkenntnisse schöpfen... eines Tages, wer weiss. Es war eine schöne, aber anstrengende Zeit.

Ein Wiederholungsbedürfnis gibt es nicht. Hätte ich was verpasst, wenn ich nicht teilgenommen hätte? Ja auf jeden Fall. Nicht nur zu spüren, was Rückenschmerzen sind,:-) sondern auch die Erfüllung in und mit der Natur zu leben genauso wie in Einklang mit Tier und Mensch. Es war mir eine Freude mit allen TeilnehmerInnen, ganz besonders mit den Kindern!!!



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20.8.2009 10:27

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Gedeckt, getarnt (Tag 18, noch 2 Tage)

Gott sei Dank, wir leben noch!

Zurück in unserem geliebten Bunker habe ich erneut Nachtdienst auf der Telefonzentrale. Unsere finale Übung geht nochmals richtig dick zur Sache. Sinnloser geht es kaum noch. Aber sag niemals nie!

Die ganze Kompanie kam heute Nachmittag in Fürigen auf einem Bauernhof an, also direkt oberhalb unseres Bunkers. Wir hatten uns vorwiegend im Stall aufzuhalten und sollten wenn, dann nur einzeln nach draussen gehen. Die Stimmung ist explosiv. Zur Explosion kam es sogar, denn viele sind gereizt. Dabei ists doch so kurz vor Schluss...

Ein Detachement bewacht eine Kiesgrube. Sehr wichtig, um das Kies in Schach zu behalten. Man kann ja nie wissen... Müller und ich sind Zentrale, Relais und Zuko. Hätte DAS hier nicht mit Militär zu tun, würde sich ein jeder fragen, ob es denn nicht besser wäre, nach Hause zu gehen, um beispielsweise in der Badewanne zu fischen. Man hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mehr davon. Gut ist, es dauert der Krieg hier nur noch wenige Stunden, dann haben wir Abtreten. Röck'n'Röll! Und eine warme Dusche.

Aus dem Bunker, Sdt M. Schwizer



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14.8.2009 15:20

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Die Geschichte des Réduits

Die kontroverse Diskussion, die unser Living History-Projekt über Sinn und Zweck des Réduits neu lanciert hat, wird hoffentlich bald wissenschaftliche Früchte tragen. Es ist absolut wünschenswert, dass sich junge HistorikerInnen ohne politisch-ideologische Scheuklappen der spannenden Thematik annehmen.

Nachdem in den vergangenen 15 Jahren eine Fülle von einst geheimen Dokumenten, Plänen und Armeekonzepten deklassifiziert wurden, können sich interessierte Wissenschaftler ausgiebig mit der Konzeption und der Geschichte der Zentralraumstellung befassen. Es wären unzählige spannende Fragen zu beantworten:

War die grosse Dichte und hohe Zahl an Felsenfestungen, Infanteriewerken und Sperrstellen tatsächlich sinnvoll und angebracht oder schufen die verschiedenen Divisions- und Korpskommandanten ihre eigenen militärischen Denkmäler?

Weshalb wurde der Bau der Werke in gewissen Regionen von den grossen Verbänden initiiert und geleitet und in anderen Gegenden war dafür das Büro für Befestigunsbauten der Armee verantwortlich? Und was kostete diese fragwürdige Mehrspurigkeit?

Wie kam es, dass in den 1970er- und 80er-Jahren einerseits bereits die ersten Festungswerke aus der Zeit des zweiten Weltkrieges desarmiert und deklassifiziert wurden, weil sie sich zu dicht an besiedeltem und bebautem Gebiet befanden, und andererseits wurde beispielsweise im Kanton Schwyz eine moderne, unterirdische Artillerieanlage gebaut, deren Hauptzielgebiet der Seedamm zwischen Pfäffikon SZ und Rapperswil SG war, eine Region, die dichter nicht mehr zu besiedeln ist?

Oder aber auch diese Frage: Weshalb wurden die früheren Festungswächter schriftlich zur totalen Verschwiegenheit über ihre Aufgabenbereiche gezwungen, bei der Auflösung des Festungswachtkorps und der Deklassifizierung der meisten Anlagen aus der Zeit des zweiten Weltkrieges allerdings nie aus dieser Geheimhaltungspflicht entlassen?
Und so weiter.

Spannende Fragen, auf deren Beantwortung ich mich freue.



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14.8.2009 11:24

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Hilfe der Soldaten

Gestern Mittag kam die grosse Überraschung! Endlich... das lang ersehnte Wiedersehen. Unsere Männer und etwas 20 Soldaten wurden uns von der Gemeinde für einen Tag zur Verfügung gestellt.

Zeitgleich bringt Antonia «Kobi», einen Ochs für das Pflügen des Gerstenackers. Corina und ich lernen die Befehle, um ihn zu führen. «Komm Kobi» heisst laufen, «rrrt» stop und «ziehen» bedeutet ziehen. Mit ihm zu arbeiten hat mein Leben sehr bereichert. Ein solches Tier braucht viel Präsenz. Es gibt sich nicht mit halben Sachen zufrieden und fordert von einem die ganze Aufmerksamkeit.

Ich habe mich mindestens ebenso angestrengt wie er, um ihn zu motivieren, diese Furren zu pflügen. Meine Unerfahrenheit, mein Optimismus, mein starker Wille und die Freude Neues zu erlernen mit einem gewaltigen Tier, hat mich um eine Erfahrung, die ich nicht vergessen werde, reicher werden lassen. Vielen Dank Antonia und Kobi!



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14.8.2009 11:24

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Letzter Abend

Älplermaccaroni und gebrannte Creme ist unser Abschiedsessen. Aufräumen, zusammenpacken und auf geht's... Freude! Alle freuen sich!



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13.8.2009 16:09

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Erzählungen von Zeitzeugen

Mein ganz persönlicher Höhepunkt der zweiten Woche war der Mittwochabend, als ich mit Projektleiter und Redaktionskollege Rolf Elsener gleich im Anschluss an die Live-Sendung nach Emmetten fuhr. Dort veranstaltet die Gemeinde im «Dorfgade» ein bescheidenes «public viewing». Jeden Abend kann die Bevölkerung gemeinsam unsere Geschichten aus der Zeit von Aktivdienst und Anbauschlacht mitverfolgen und im Anschluss an die Sendung diskutierenen und gemütlich beisammen sitzen. Und immer am Mittwoch lädt der umtriebige und engagierte Gemeindepräsident Valentino Tramonti Zeitzeugen der Emmetter Anbauschlacht ein.

So erfuhr ich am Mittwochabend im romantischen, alten Holzgaden, wie in Emmetten internierte Franzosen einquartiert waren, und wie die Dorfjugend damals begeistert und fasziniert war ob den Soldaten aus der «Grande nation». In Nidwalden hat man aus historischer Sicht zwar katastrophale Erinnerungen an französische Truppen. Im zweiten Weltkrieg jedoch wurden die Franzosen in Emmetten freundlich aufgenommen, da sie den Bauern auch wacker zur Hand gingen.

Weiter erfuhr ich von den Zeitzeugen aus Emmetten, dass die Bauern dort oben tatsächlich grosse Probleme hatten bei der Umsetzung der Vorgaben zum Plan Wahlen. Kartoffeln im grossen Stil anzupflanzen war eine mühsame und neue Erfahrung, und schlussendlich lagen Aufwand und Ertrag in einem krassen Missverhältnis. Vollends zur Farce geriet im östlichsten Teil Nidwaldens der Anbau von Getreide, der ebenfalls versucht wurde. Die wenigen Mengen «Früchte», wie die Bauern erzählten, genügten gerade mal als besseres Hühnerfutter. An eine Weitergabe der bescheidenen Ernte an Mühlen war wegen der schlechten Qualität nicht zu denken.

Diese Geschichten sozusagen «live» anzuhören von Zeitzeugen, die die Zeit des Zweiten Weltkrieges in Emmetten erlebt haben, war ein einmaliges Erlebnis. Ich habe im Vorfeld und zur Recherche dieses TV-Abenteuers viele persönliche Geschichten aus dieser Epoche nachgelesen. Aber nichts ist so spannend und authentisch wie zuzuhören. Vor allem, wenn die Umgebung des Erzählens so echt ist, wie im uralten Dorfgaden von Emmetten.



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13.8.2009 13:25

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Openair (Tag 16, noch 4 Tage)

Gott sei Dank, wir leben noch!

Von unserer Notschlafstelle bei der Familie Murer in Beckenried mussten wir hunderte von Höhenmeter nach Emmetten, zu unserem Bauernhof, zurücklegen. Das war hart. Zum Glück kam einem gescheiten Kopf in den Sinn, dass wir auch ohne die Jacke marschieren könnten. Das half. Jetzt haben wir ein schigges Plätzchen im Wald oberhalb des Bauernhofs für uns beansprucht. Bevor wir zum Znacht schritten, halfen wir noch den Girls & Boys bei den Hofarbeiten. Als Dank bekamen wir Kaffi-Schnaps, Tee uuuuund WARME DUSCHE!

Ich wusste nicht einmal mehr, wie sich das anfühlt. Gestern war die Härte! Ich vergass das sogar festzuhalten, wir hatten eine warme Dusche (bei den Murers) gleich vor der Nase. Benützen verboten. Das war ja klar. Der Kadi und der Herr Oberleutnant hatten natürlich eine Extrawust diesbezüglich. Das war ja auch klar.

Jetzt sitzen wir hier gemütlich am Feuer und hören endlich wiedermal Musik. Unser Motorfahrer Gefreiter Schott hat ein Grammophon samt Schallplatten mitgebracht.

Aus dem Walde, Sdt M. Schwizer



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11.8.2009 18:01

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Tag 13

Heute nochmals Detailausbildung, Korrekturen anbringen von der letzten Übung und Wehrsport am Nachmittag. Diese findet in der Festung sowie auf der Exerzierwiese statt. Es werden Gruppen gebildet. Die Gruppe muss alle Ziele gemeinsam erreichen. Team-Arbeit und Kameradschaft ist gefragt. Ich bereite noch den Sonntag vor.

Ich habe aber auch viel Zeit über meine Lieben von zu Hause nachzudenken. Fast täglich erhalte ich Post. Diese einzige Verbindung ist für mich wichtig.

Der Samstag ist gut abgelaufen. Die Truppe ist wieder auf «Zack». So will ich es haben und nicht anders.



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11.8.2009 17:53

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Tag 12

Heute war ein Tag im Wechselbad der Gefühle. Gibt es an der «Front» überhaupt Gefühle? Ist das erlaubt? Oder sind das Weicheier? Weder noch! Gefechtsschiessen auf dem Glaubenberg. Disziplin ist gefragt. Die Truppe arbeitet auf dem Schiessplatz sehr gut. Nach dem Mittagessen verkündet Soldat Gaberthüel, dass er wieder Vater wird. Die Truppe freut sich riesig mit ihm. Nach 14.00 Uhr fällt der erste Schuss. Es läuft sehr gut ab. Um 16.15 Uhr verschiebt die Truppe nach Fürigen. Und jetzt ist plötzlich der «Hänger» drin. Stänkern, murren da und dort, die Disziplin ist am Sinken. Die Zimmerordnung muss vor dem Hauptverlesen dreimal nachgebessert werden. Nicht akzeptabel! Eine Standpauke von mir folgt. Ich erkläre nochmals die Ausgangslage, was sie von mir erwarten dürfen und können. Ich teile aber auch mit, was ich ab sofort wieder erwarte. Motto: Nehmen und Geben. Wir Offiziere analysieren die letzten Tage und sprechen uns aus. Trotz allem eine sensationelle Truppe. So, jetzt geht es weiter. Die nächste Woche wird vorbereitet. Um 23.30 Uhr ist auch für mich Lichterlöschen!



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